Über Jahrhunderte war Landsberg am Lech von strategischer Bedeutung. Die Stadt wurde deshalb mehrmals angegriffen und abgebrannt, immer aber wieder aufgebaut. Seit 1320 durfte Landsberg den Salzpfennig, einen Salzzoll, erheben. Dieses Privileg verhalf der Stadt rasch zu Wohlstand und Ansehen. Im 17. Jahrhundert gab es bereits drei große Salzlager, die Salzstadel, heute Sitz der Stadtbücherei. Neben dem Salz florierte auch der Handel mit Holz und Getreide. Mit dem Transport über den Lech verdienten die Landsberger Bürger viel Geld. Die Stadt wuchs und musste 1435 mit einem zweiten Stadtmauerring erweitert werden. Nach den guten Erfahrungen mit dem Salzzoll erhob Landsberg nun auch einen Flusszoll. Mit den Erlösen daraus finanzierte die Stadt ihre Wehrbauten. Die Stadttore stammen aus dieser Zeit. 1429 wurde Landsberg am Lech von Herzog Ernst das bis heute unveränderte Stadtwappen verliehen. Eine nette Geschichte rankt sich um die Beziehung des Herzogs zur Stadt Landsberg. Demnach stiftete der Herzog nicht nur den Bürgerfrauen einen Forellentrunk, sondern auch das so genannte Jungferngeld. Fortan war Landsberg dazu verpflichtet, 40 Pfennig seiner Steuereinnahmen an zwei heiratswillige Jungfrauen zu stiften. Diese Tradition hat bis heute Bestand.
Landsberg ist heute ein pulsierendes Städtchen. Hier haben der ADAC Süddeutschland, E.ON Wasserkraft AG, Webasto Solar, Loom Flechtmöbel und der verlag moderne industrie ihren Sitz. Nach einer Besichtigung der Altstadt mit dem schönen Bayertor, dem Schmalzturm und dem historischen Rathaus, darf der Besucher sich bei einem Landsberger Ring, einem Wurstring auf Kartoffeln und Sauerkraut, stärken. Berühmt ist Landsberg übrigens für seine runde Schokolade und für sein Bier, das Landsberger Gold.